Definition: Welse (Siluroidea), eine Unterordnung der Karpfenfische mit weltweiter Verbreitung.
Die Welse sind sehr charakteristische Süßwasserfische mit dicklippigen, von Barteln umgegebenen Mäulern. Manche haben einen Panzer aus Knochenplatten, andere haben eine völlig nakte Haut. Ein Schuppenkleid haben die Welse jedoch niemals. Sie haben nur eine Rückenflosse und hinter dieser oft eine kleine, bei manchen Arten mit einem Stachelstrahl versehene Fettflosse. Die Engländer nennen die Welse “Catfish” (Katzenfisch), da die Barteln entfernt auch an Schnurrhaare erinnern und auch als Taster verwendet werden.
In Europa sind nur zwei Arten heimisch: der große Wels oder Waller (Silurus glanies) und der kleinere Aristoteleswels (Silurus aristoteles). Der Aristoteleswels verdankt seinen Namen der Tatsache, dass er bereits durch Aristoteles beschrieben wurde. Er ist eigentlich in Asien heimisch und dort weit verbreitet, findet sich aber auch in Griechenland. Im Jahre 1885 wurde übrigens in Europa der nordamerikanische, ziemlich kleine Zergwels (Ictalurus nebulosus) eingeführt und ausgesetzt, un wie es sich zeigt, hat er sich in manchen Gebieten Deutschlands gut eingelebt.
Die afrikanischen Fiederbartwelse (Mochokidae) sind bei uns vor allem als Aquarienfische bekannt. Eine ganze Reihe von Arten scheint gern auf dem Rücken, also mit dem Bauch nach oben zu schwimmen (Ergänzung durch Albinowelse.de: sog. “Rückenschwimmer“). Die Fiederbartwelse haben eine nackte Haut, eine Fettflosse und kräftige Stacheln an Rücken- und Brustflossen. Die Rückenschwimmer unter den Fiederbartwelsen haben, im Gegensatz zu den meisten anderen Welsen, eine dunkle Bauch- und eine helle Rückenseite. Die merkwürdigsten unter allen südamerikanischen Welsen sind sicher die halbparasitisch bis parasitisch lebenden Fadenwelse (Trichomycteridae), wovon eine Art das einzige Wirbeltier ist, das beim Menschen parasitiert. Eine andere Art, der Schmarotzerwels (Stegophilus insidiosus), lebt oft in den Kiemenhöhlen anderer Fische, hauptsächlich von Panzerwelsen.
Als Aquarienfische sind vor allem die Mitglieder der südamerikanischen Familien sehr beliebt, nämlich die Harnischwelse (Loricaridae) und die Panzerwelse (Callichthyidae). Diese beiden Familien sind über das gesamte südamerikanische Festland verbreitet, und die Panzerwelse finden sich auch auf Trinidad.
Aus: Das große farbige Tierlexikon, S. 391f., 1976
